15. März 2018

Übersicht Karten, Navigation und Tourenportale

Immer wieder werde ich von meinen Kunden gefragt, was denn die besten Geräte, Programme und Websites für die Planung und das Navigieren von Biketouren sind. Keine einfache Frage, denn die Auswahl und die Möglichkeiten sind mittlerweile riesig. Ich beschränke mich hier deshalb auf einige Tools, welche ich regelmässig benutze. Und da es sich um einen Schweizer Bike Blog handelt, wird vor allem auf die Schweiz eingegangen.

Die meisten Mountainbiker und Rennradfahrer benutzen heute ein GPS-Gerät, wenn sie unterwegs sind. Der Platzhirsch ist die Firma Garmin, welche eine grosse Auswahl an Modellen und Zubehör bietet. Ich beziehe mich darum auf Websites und Programme, die mit Garmin Geräten gut funktionieren.

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Digital oder klassisch? Die Möglichkeiten für die Tourenplanung sind sehr unterschiedlich.


Bikekarte und Wanderkarte


Beginnen wir mit dem Klassiker, welcher auch im digitalen Zeitalter immer noch seine Berechtigung hat. Die gute, alte Karte. Es kann immer wieder mal vorkommen, dass das GPS-Gerät unterwegs seinen Geist aufgibt oder verloren geht und man mit dem Handy gerade in einem Funkloch steckt. Deshalb habe ich als Backup oft eine Karte dabei, vor allem wenn ich in Regionen bin, die ich nicht gut kenne.

Ein grosser Vorteil der Karte ist die Übersicht. Liegt die aufgeschlagene Karte vor einem, hat man die ganze Region vor Augen und muss nicht mühsam auf einem kleinen Bildschirm hin- und herscrollen. In der Schweiz sind wir hier natürlich verwöhnt, unsere Topographie-Karten sind wahrscheinlich die detailreichsten und genausten weltweit.

Zur Auswahl stehen explizite Bikekarten wie die Singletrails Maps, Mountainbike Maps und Supertrail Maps. Dort sind die Trails in verschiedenen Farben und Schwierigkeitsgraden eingezeichnet und es sind auch Tourenvorschläge vorhanden. Daneben gibt es die eigentlichen Wanderkarten, welche oft im Massstab 1:25000 sind und daher noch mehr Wege und Orientierungspunkte anzeigen.

Links:
Singletrail Maps
Mountainbike Maps
Supertrail Maps
Wanderkarten

mtb karten
Eine klassische Karte ist auch im digitalen Zeitalter ein verlässlicher und übersichtlicher Helfer.


Openmtbmap


Openmtbmap ist das digitale Pendant zu den Papierkarten und basiert auf den Daten von Openstreetmap. Hier können Topo-Karten aus der ganzen Welt heruntergeladen werden, meist sogar gratis. Da sich der Programmierer viel Mühe gibt, ist es sicher fair, eine Donation zu hinterlassen. Openmtbmap muss zusammen mit Garmin Basecamp benutzt werden, damit die Karten auf ein Garmin Gerät geladen werden können.

Warum gratis Karten? Weil, ehrlich gesagt, die offiziellen Garmin Topo-Karten unverschämt teuer sind. Die Schweiz-Karte schlägt mit CHF 399.00 zu Buche und kostet somit mehr, als das GPS-Gerät selbst. Die Arbeit unserer Schweizer Kartographen in Ehren, aber hier müssten sie mal über die Bücher gehen...

Link: Openmtbmap

openmtbmap
Openmtbmap: Das beste Tool für den Download von Topo-Karten für die ganze Welt.


Basecamp


Basecamp ist die hauseigene Software von Garmin und sie wird im Zusammenhang mit Garmin Geräten gebraucht. Jeder, der schon mal mit Basecamp gearbeitet hat, wird zugeben müssen: Das ist ein einziger Murks...

Die Software ist kompliziert aufgebaut und überhaupt nicht bedienerfreundlich. Auch das Zeichnen und Speichern von Touren ist sehr nervenaufreibend. Tausende Einträge von verzweifelten Forumsnutzern zeigen, dass ich bei weitem nicht der Einzige bin, der sich mit Basecamp herumärgert.

Es bleibt zu hoffen, dass es Garmin irgendwann gelingt, eine einfache und bedienerfreundliche Software zu präsentieren. Bei der Hardware können sie es ja auch.

Link: Basecamp

basecamp
Basecamp: Unverzichtbar für Garmin Geräte. Aber eine Hassliebe...


Schweiz Mobil


Schweiz Mobil ist sozusagen unser staatliches Nachschlagewerk für alle Schweizer Outdoor Sportler. Es gibt Tourenvorschläge und Routen für Sommer- und Wintersportarten und natürlich eine hervorragende Karte. Schweiz Mobil ist mein Lieblingstool, da es sehr bedienerfreundlich ist und man vor allem kinderleicht seine eigenen Touren zeichnen kann.

Schweiz Mobil darf gratis genutzt werden, um die wichtigsten Funktionen zu sehen. Für CHF 35.00 im Jahr kann man sich registrieren, damit man vollen Zugriff auf das Programm hat. Das Geld ist sehr gut investiert, denn in der bezahlten Version kann man selber Touren zeichnen und sich eine eigene Tourendatenbank anlegen.

Schweiz Mobil zeigt bei allen Touren die exakten Kilometer, Höhenmeter, Fahrzeit und Höhenprofil an. So weiss man genau, wie die Tour verläuft und man erlebt keine bösen Überraschungen.

Link: Schweiz Mobil

schweizmobil
Schweiz Mobil: Die bedienerfreundlichste und detailreichste Software für die Tourenplanung. Perfekt!


Wikiloc


Wikiloc ist eine internationale Plattform, auf welcher man weltweit nach Trails suchen kann. Zum heutigen Stand sind fast 8 Millionen Trails und Touren verfügbar.

Ich nutze Wikiloc vor allem, wenn ich mich aus der Vogelperspektive orientieren muss. Die Satelliten Funktion ist äussert praktisch, wenn man einem Wegverlauf folgen möchte und einen Überblick über die Region erhalten will. Gerade für die Zusammenstellung meiner Biketouren in der Toscana bin ich schon oft froh gewesen, dass ich von oben herab die Wege kontrollieren konnte.

Wenn man sich auf Wikiloc registriert, dann erhält man laufend Tourenvorschläge von anderen Usern, die in der gleichen Gegend unterwegs waren.

Link: WikiLoc

wikiloc
Wikiloc: Eine riesige Tourendatenbank und vor allem praktisch wegen der Satellitenansicht.


GPSies


GPSies ist vergleichbar mit WikiLoc, es sind ebenfalls Trails aus allen Ecken der Welt zu finden. Und die Software ist in allen möglichen Landessprachen verfügbar. Eine Registrierung ist nötig, damit man alle Funktionen nutzen kann.

Ich verwende GPSies vor allem, um GPS-Daten zu konvertieren. Leider gibt es immer noch kein einheitliches Dateiformat, welches mit allen Geräten und auf allen Plattformen läuft. Mit der Konvertierung kann man auf alle verfügbaren Formate zugreifen und kann so seine eigenen Daten überall verwenden.

Link: GPSies

gpsies
GPSsies: Umfangreiche Software, vor allem das Konvertieren von Dateien ist sehr hilfreich.


GPS-Tracks


GPS-Tracks ist ein schön präsentiertes Tourenportal, welches sich hauptsächlich auf die Schweiz und Zentraleuropa bezieht. Wenn man sich registriert, dann kann man GPS-Daten herunterladen und gratis verwenden.

GPS-Tracks wird mit Touren von Usern gefüttert, welche oft auch gleich noch einen umfangreichen Tourenbeschrieb mit Fotos verfassen. Zudem kann die Schwierigkeitsstufe, Schönheit und Popularität ausgewählt und bewertet werden. Es ist somit gut geeignet für Biker, die ganz sicher eine Tour finden möchten, die ihrem Können entspricht.

Link: GPS-Tracks

gpstracks
GPS-Tracks: Schön gestaltetes und informatives Tourenportal, hauptsächlich für die Schweiz.


Strava


Strava ist das Facebook für Ausdauersportler. Hier vergleicht man sich mit Gleichgesinnten, postet seine GPS-Daten und Fotos, kann Gruppen beitreten und erhält Likes (genannt Kudos) von den Kollegen. Und es ist auch ein Trainingstagebuch, wo sämtliche Kilometer, Höhenmeter, Pulswerte, usw. laufend addiert werden. So hat man immer einen Überblick über den eigenen Fitnessstand.

Bei Strava steht der Wettkampfgedanke im Vordergrund, es geht vor allem darum, dass man sich auf selbst erstellten Segmenten mit anderen Sportlern misst. Sobald man seine GPS-Daten hochlädt, kommt man automatisch in eine Rangliste rein, wo einem aufgezeigt wird, wie schnell oder langsam man ist. Das kann motivierend, aber auch frustrierend und gefährlich sein...

Interessant ist, dass auch ganz viele Profis ihre Daten auf Strava hochladen und so kann man sich 1:1 mit Nino Schurter und anderen Radsportgrössen vergleichen.

Strava hat zuweilen auch einen zweifelhaften Ruf, wenn man in Selbstmordmanier versucht, andere Rekorde zu brechen. Also bleibt bitte immer locker, es ist nur ein Spiel, das Risiko lohnt sich nicht!

Link: Strava

strava
Strava: Wer ist der Schnellste im ganzen Land?


Trailforks


Trailforks wird von der Bikeplattform Pinkbike betrieben und ist vor allem in Nordamerika eine Grösse. Langsam finden aber auch immer mehr Europäer und Schweizer den Zugang dazu und füttern die Server mit Daten.

Generell geht es hier sehr downhilllastig zur Sache, die meisten Trails kennen nur eine Richtung und die geht steil nach unten. Markiert sind sie in verschiedenen Farben von grün bis schwarz und mit den berühmten Black Diamonds, so wie man es aus den Bikeparks kennt.

Für alle Endurobiker und Downhiller lohnt es sich, mal einen Blick reinzuwerfen.

Link: Trailforks

trailforks
Trailforks: Wer die besten Downhills sucht, der wird hier sicher fündig.


Dies ist die Übersicht über die Karten, Tourenportale und Websites, die ich oft benutze, und die mir meine Arbeit als Bikeguide erleichtern.

Was für Tools und Programme brauchst du? Was kannst du noch empfehlen?

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